Aus der Praxis

Global Engineering Service - Bad Nauheimer Straße 4 - 64289 Darmstadt - Telefon 06151 73475178

Die Bedeutung der Anreicherung von Aerosolteilchen in der Atemluft geschlossener Räumlichkeiten wird am Beispiel eines Großraumbüros dargestellt. Zwei Mitarbeiter sitzen an ihrem Bildschirmarbeitsplatz und führen eine Bürotätigkeit aus.
Atemschutz wird nicht in Anspruch genommen. Die Schreibtische sind durch aufgehende Glaswände räumlich getrennt. Eine Mitarbeiterin geht an den Schreibtischen vorbei. Laufrichtung ist zur Tür am Ende des Raumes. Alle Personen halten den behördlich verordneten Mindestabstand ein. Die drei Personen haben keinen direkten Kontakt zueinander und führen kein gemeinsames Gespräch. Jede der anwesenden Personen emittiert beim Atmen, Sprechen oder Husten kleinste Tröpfchen von 0,3 µm bis 20 µm Durchmesser, die durch Luftströmungen im Raum verteilt werden. Ist eine der Personen erkrankt, können auf diesen Bioaerosolpartikeln Viren transportiert werden. Mit zunehmender Aufenthaltsdauer reichern sich die Partikel in der Raumluft an. Alle drei im Raum befindlichen Personen sind einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt. Sie verzichten auf einen Mund-Nasen-Schutz und atmen die aufkonzentrierten luftgetragenen Bioaerosole ein, die unter Umständen mit SARS-CoV-2-Viren belastet sind. Laut einer Studie aus dem Jahre 2014 genügen 3.000 eingeatmete Viren, um eine Infektion auszulösen.

Forscher des Hermann-Rietschel-Institutes der TU Berlin konnten im Rahmen einer Untersuchung zur Anzahl und Größe von Aerosolteilchen, die beim Atmen, Sprechen und Husten ausgestoßen werden, die verbreitete Vorstellung widerlegen, dass vom Menschen viele große Tröpfchen (> 20 µm) ausgestoßen werden, die schnell zu Boden sinken. Mehr als 80 % der von Probanden emittierten Partikel waren kleiner als 1 µm und 99,9 % kleiner 5 µm. Diese Partikel werden als ideal luftgetragen eingestuft, verbleiben in der Regel lange in der Schwebe und können sich durch kleinste Luftbewegungen überall im Raum verteilen. Partikel mit einer Größe von mehr als 20 µm konnten in der Studie nicht festgestellt werden.

Jeder geschlossene Innenraum hat sein eigenes Luftströmungsmuster. Es ist das Resultat von Ausgleichsbewegungen, um temperaturabhängige Luftdruckunterschiede auf mikroräumlicher Ebene zu überbrücken. Raumöffnende Elemente wie Türen (Durchzug), klima- und lüftungstechnische Installationen (Gebläse) oder Fenster (Kältebrücken) machen die Luftbewegungen erst möglich und beeinflussen auf diese Weise die Ausbreitung der Aerosolpartikel unmittelbar. Während sich die Mitarbeiterin im freien, luftdurchströmten Durchgang befindet, sitzen die beiden Mitarbeiter in einem strömungsberuhigten Bereich mit wenig bewegten Partikeln, die sich mit zunehmender Aufenthaltsdauer in der Atemluft anreichern.

Durch die Raumnutzungsplanung wird konkretes Verhalten der Mitarbeiter definiert. Nutzungsbereiche werden durch einen Luftvorhang (2) von Durchgangsbereichen (1) getrennt. Eine optische Kennzeichnung (3) führt Personen mit dem erforderlichen Sicherheitsabstand durch den Raum. Innerhalb der Nutzungsbereiche erfasst die Absaugung (4) Aerosolpartikel bis 20 µm direkt an der Entstehungsquelle und leitet sie gezielt einem Virenfiltersystem zu. Ergänzend
hebt der Luftvorhang größere Aerosolpartikel ( > 20 µm) über die Atemebene an, wo sie durch das Abluftsystem (4) abgesaugt und einem Virenfilter zugeleitet werden. Der Vorgang der Absaugung wird durch die laminare Luftströmung des Vorhangs von unten verstärkt.

Klassenzimmer - 100qm

Kaum ein Thema wird im Augenblick mit so vielen Emotionen diskutiert, wie die Nutzung der öffentlichen Schulen. Bereits mit wenigen Maßnahmen können Kinder und Lehrkräfte nachhaltig geschützt werden. Es kann keine Lösung sein, dass der Schulunterricht mit einer Mund-Nasen-Bedeckung abgehalten wird.

Ist-Zustand: Durch die klassische Reihenaufstellung ist das Einhalten des behördlich verordneten Sicherheitsabstandes nicht gewährleistet.

Erster Verfahrensschritt ist die Änderung der Anordnung von Tischen und Stühlen. Diese werden in U-Form gestellt. Zur Frontseite der Schreibtische werden Abzugsvorrichtungen installiert. Die Abzugsvorrichtung wird so dimensioniert, dass sie den Abzugsbedarf mehrerer Schreibtische erfüllen kann. Der Raum wird zweifach mit einer lufttechnischen Barriere ausgestattet. Die Abzugshauben können in einer Reihe installiert werden und decken das Abzugsvolumen für zwei bis drei Schüler ab. Der laminare Luftvorhang wird an der Vorderkante der Schultische integriert. Diese Technik kann in jeden vorhandenen Schreib- bzw. Schultisch eingebaut werden.

Zur Optimierung des Verfahrens kann der laminare Luftvorhang zur seitlichen Abtrennung zwischen den Schülern genutzt werden. Hierdurch kann ein Klassenzimmer ohne Reduzierung der Schülerzahl in vollem Umfang besetzt werden.

Produktionsstraße

An einem Fließband sind zwei Mitarbeiter beschäftigt. Im Hintergrund hat eine Person mit Servicearbeiten zu tun. Es wird ein Mindestabstand von 1,50 m eingehalten. Ein MundNasen-Schutz wird getragen. Es ist wissenschaftlich belegt, dass ein Mund-Nasen-Schutz das Entweichen von Aerosolen nicht vollständig verhindern kann. Das gilt insbesondere in geschlossen Räumen.

Das Fließband wird lufttechnisch in fest definierte Arbeitsbereiche eingeteilt. Aerosole werden am Entstehungsort direkt in eine Abzugsvorrichtung geführt und gefiltert. Durch die lufttechnische Maßnahme kann die Mitarbeiteranzahl am Fließband erheblich erhöht werden.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website um diese laufend für Sie zu verbessern. Mehr erfahren